Werte-KnowHow

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Review: Soziale Wirkung verbreiten – Kulturelle Werte als Erfolgsfaktor

Eine wesentliche Erkenntnis unserer Teilnahme an der Abschlussveranstaltung des Projekts „EffektN“ der Bertelsmann-Stiftung unter dem Titel „Das Rad nicht neu erfinden!“ am 10. Februar 2015 in Berlin war die Wichtigkeit kultureller Werte bei der Verbreitung sozialer Wirkung.

Rund 110 Fachkräfte, Förderer und Experten aus dem Bereich „Skalierung sozialer Wirkung“ trafen sich in Berlin, um zum Abschluss des Projekts „EffektN“ ihre Ergebnisse zum Thema Wachstum und Wirkung sozialer Projekte in der Zivilgesellschaft vorzustellen und zu diskutieren.

Bereits in der Podiumsdiskussion am Vormittag wurde deutlich, dass das Thema „Skalierung sozialer Projekte“ schwer greifbar ist und in Zeiten leerer Kassen dennoch um so wichtiger.

Unter der Skalierung sozialer Projekte versteht man, ein bereits bestehendes Projekt auf seine Gelingensfaktoren hin zu überprüfen und diese in einem Projekthandbuch so aufzubereiten, dass das Projekt auch an andere Standorte transferiert werden kann.
Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten können so kostspielige Fehler vermieden und ein erfolgreiches Konzept mehrfach seine Wirkung entfalten.
In der Praxis kommen unterschiedliche Modelle, wie z.B. Social Franchising oder Filialmodelle, zum Tragen, um Projekte zu verbreiten.

Skalierung sozialer Wirkung: Strategien von Sozialunternehmen in Europa

effektn02Am Nachmittag fanden verschiedene Workshops statt. Hier stellte Frau Prof. Dr. Christiana Weber von der Gottfried Wilhelm Leibnitz Universität, Hannover gemeinsam mit Dr. Arne Kröger und Cihan Demirtas die Ergebnisse ihrer Studie vor, in der sie Sozialunternehmen in Europa zu ihren Strategien im Umgang mit der Skalierung sozialer Wirkung befragt haben.

So konnten neben den Voraussetzungen eines tragfähigen, operativen Modells und der Überzeugung und Bereitschaft hinter diesem Modell zu stehen und sich dafür einzusetzen sechs Erfolgsfaktoren für die Skalierung sozialer Wirkung ermittelt werden

  1. Managementkompetenz
  2. Replizierbarkeit
  3. Mobilisierung notwendiger Ressourcen
  4. Kontrolle und Abhängigkeiten
  5. Transferkosten
  6. Legitimation und Reputation

Aus Sicht unseres Ansatzes des messbaren, kulturellen Wertemanagements fand ich dabei die Aussage von Frau Prof. Dr. Weber in Bezug auf Punkt 6 bemerkenswert:

„Die Legitimation und Reputation basiert auf den Werten des Projekts und den gesellschaftlichen Werten. Wenn diese Werte übereinstimmen, dann zeichnet das ein Projekt als erfolgversprechend aus.

Diese These sehen wir auch im Rahmen unserer Beratungsarbeit immer wieder bestätigt.

Kulturelle Werte als entscheidender Erfolgsfaktor

Viele Organisationen, die sich an uns wenden, sind sich ihrer kulturellen Werte und deren Bedeutung für die Projektarbeit überhaupt nicht bewusst.
Problemanfragen beziehen sich in der Regel immer auf nicht funktionierende Aktivitäten und damit verbundene Strukturen, die verändert werden sollen.

Betrachtet man hingegen den gesamten Aufbau einer Organisation und ihrer Projekte, lässt sich erkennen, dass die Aktivitäten und Strukturen nur das sichtbare Ergebnis an der Oberfläche darstellen.

Sie ergeben sich aus einem oftmals unklar definierten Sinn und Zweck, der auf unbewussten Werten basiert und durch nicht formulierte Überzeugungen und Vorannahmen transportiert wird.

Werte und Überzeugungen

In diesem Dilemma sind viele Organisationen gefangen und können ihr optimales Potenzial nicht entfalten.

Das zeigt sich in unterschiedlichen Formen:

  • Geldgeber können von der Projektidee nicht überzeugt werden, da nachvollziehbare, gemeinsame Ziele und Überzeugungen fehlen.
  • Die Projektidee ist schwer greifbar und unpräzise formuliert.
  • Das Projekt gerät nach dem Start ins Stocken, da die Zielrichtung unklar ist.
  • Es fällt schwer, Menschen für das Projekt zu gewinnen und zu halten, da es immer wieder zu Richtungswechseln kommt.
  • Stiftungsgelder und andere Finanzierungen können nicht ihre volle Wirkung entfalten, da das Projekt immer wieder in inhaltliche und strategische Sackgassen gerät, die viele Ressourcen kosten.
  • Die gesellschaftliche Anerkennung bleibt aus, da keine Übereinstimmung zwischen den gesellschaftlichen Werten und den Werten der Organisation erkennbar ist.

Hier gilt es, den Blick möglichst frühzeitig auf den Sinn und Zweck und die damit verbundenen Werte zu lenken.

Gelingt dieser Prozess, verbunden mit einer klaren Definition des Sinn und Zwecks, dem Bewusstsein über die damit verbundenen Werte und der Positionierung aller Projektbeteiligten, ergeben sich die von Frau Prof. Weber oben genannten weiteren fünf Erfolgsfaktoren fast zwangsläufig und das Projekt wird nachweislich Wirkung entfalten.

Mit unseren weltweit anerkannten Werkzeugen der Cultural Transformation Tools unterstützen wir Organisationen auf diesem Weg.

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Über den Autor

Stefan ZollondzBerater für messbares kulturelles Wertemanagement “Organisationen verändern sich nicht, Menschen verändern sich.” Mit dieser Grundhaltung unterstütze ich Unternehmer und Geschäftsführer aus dem sozialen Sektor, ihrer Organisation durch messbare, gemeinsame kulturelle Werte zu mehr Wachstum und Stabilität zu verhelfen. Denn ich bin der Meinung, dass Unternehmen, Organisationen, Teams und andere Gemeinschaften besser funktionieren, wenn ihre Führungskräfte sich für den Aufbau einer werteorientierten Kultur einsetzen. Gelingt die Messung kultureller Werte, gelingt auch Veränderung.Weitere Beiträge von Stefan Zollondz →